Kirchenchor St. Michael, Odenheim entführte an den Broadway

Lauer Sommerabend vor der Alten Schule

 
Ein aufsteigender Herzluftballon, ein roter Samtvorhang, rauschende Musicalklänge, mitreißende Trommelrhythmen, Cocktails und Kulinarisches und ein begeisterter Kirchenchor St. Michael, Odenheim bilden wohl die Grundlagen für einen grandiosen „Lauen Sommerabend“ an der alten Schule in Odenheim.
Schon zum zweiten Mal lud der Chor, mit Unterstützung in der Verpflegung durch die Katholische Frauengemeinschaft, auf den schattigen Platz unter den Bäumen und verwandelte gemäß dem Motto des Projektes „Musicals Classics“ die Schulstraße in den Odenheimer Broadway.
 
Kommunikationsprobleme seien wohl häufig Grundlage von Konflikten, ebenso Assoziationen mit bestimmten Worten, so die launische Moderation, die aus den Reihen der Sängerinnen und Sänger selbst vorgetragen worden ist. Umso deutlicher deklamierte der wohlbesetzte und sonore Bass das „Es grünt so grün“ aus My fair lady und entführte die Zuhörer in die frühe Zeit des Musicals. Die Frauen des Chores übernahmen die Rolle der Eliza Doolittle und brillierten im zum Tanz auffordernden Habanera, bevor mit dem Stück „Somewhere“ aus der West Side Story in der deutschen Version dahinschmelzende, romantische Klänge gezaubert worden sind. Spätestens beim Dahinfliegen eines Herzluftballons war es wohl um die Liebenden geschehen. Ein stattlicher Männerchor ließ die Titelmelodie „Ich war noch niemals in New York“ aus dem gleichnamigen Musical des unsterblichen Udo Jürgens erklingen und leitete so beschwingt in die erste Pause über. Dort konnte man sich Weine aus dem New York des Kraichgaus - „Niwwenburg“ munden lassen.
 
Dass der Chor insbesondere auch in der Sakralmusik zu Hause ist, diese aber besonders fetzig interpretieren kann, zeigte sich bei einem Ausflug in die Handlung von „Sister Act“. Der Mittelteil des Lauen Sommerabends widmete sich vor allen der zauberhaften Welt der Musicals, in denen Tiere die Hauptrolle spielen. Die Trommelklänge von Hannes Ringger und Johannes Mikisek eröffneten die Weite der Savannen Afrikas mit den Liedern „The Lions sleeps tonight“ und „Can you feel the love tonight“, bei denen Sarah Schmitt und Celina Bott die Zuhörer in Ihren Bann zogen. Ein Extra für den Odenheimer Broadway „gecasteter“ Kinderchor mit den engelsgleichen Stimmen von Marie, Milla, Johannes und Hannes setze diesem mit „Ich wollte nie erwachsen sein“ aus Tabaluga die Krone auf, wo sich der bestens besetzte Kirchenchor mit den Kinderstimmen zu einem großen Ganzen vereinten und zum Träumen einluden.
 
Mit mystischen Masken präsentierten sich die Männer des Chores während die Frauenstimmen und Chorleiter Martin Ritz im Duett die dramatische Musik aus dem „Phantom der Oper“ erklingen ließen.
 
Ein kurzes babylonisches Sprachengewirr entfachte Rafael Hirsch, der zudem virtuos am Klavier dem Musicalorchester Konkurrenz machte, als er das Finale anmoderierte. Spätestens der Ausspruch „Das war Schwedisch“ lüftete das Geheimnis, dass mit „Mama Mia“ aus dem gleichnamigen Juke Box Musical der Kultgruppe ABBA, ein fulminanter Abschluss geboten wurde.
 
Mit begeistertem Publikum und einigen Zugaben endete als Hommage an das neuinitiierte Katzbachkaffee ein fulminanter und mitreißender Abend mit „Aber bitte in Odna“. Der Kirchenchor St. Michael Odenheim präsentierte sich aufs Neue mit einem dynamischen und kreativen Feuerwerk als „Stars am Odenheimer Broadway“.