Kirchensanierung und -umbau
St. Michael in Odenheim
Kirchensanierung und –umbau St. Michael Odenheim - aktueller Stand Ostern 2024
Die Architektin Frau Vochatzer-Stier vom Erzbischöflichen Bauamt in Heidelberg berichtet über die bisherigen Sanierungsmaßnahmen unserer Pfarrkirche St. Michael:
Hinter den Gerüstnetzen an St. Michael tut sich Einiges
Die Fassadenarbeiten am Südgiebel des Querhauses schreiten merklich voran. Die steinsichtigen Architekturteile der Außenfassade hatten bei der Voruntersuchung mit Schadenskartierung eine z.T. starke Verwitterung mit Steinabbrüchen gezeigt, sodass aus Sicherheitsgründen diesen Reparaturar-beiten Vorrang eingeräumt wurde und sie als erstes in Angriff genommen wurden. Die Grundreinigung der Sandsteinflächen ist erfolgt. Das Fugengitter der Natursteinfassade ist aufgeschnitten, loser Sanierungsmörtel abgetragen. Abgängige Natursteine wurden ausgebaut, neue Werksteine in der Werkstatt hergestellt und für den Einbau vorbereitet.
Vom Blechner mussten verschiedene Kupferverkleidungen an den Gesimsen und am Giebel ausgebaut und für den Wiedereinbau gerichtet werden. Diese Rückbauarbeiten führte der ortsansäßige Blechner in Abstimmung mit dem Steinmetz aus, nachdem er schon zuvor Arbeiten an diversen Einlaufblechen der Dachdeckung vorgenommen hatte. Das Kirchendach wurde so wieder dicht gemacht.
Eine weitere Maßnahme im Bereich des Daches und der Außenfassade war die Erneuerung der Blitzschutzanlage. Die vorhandene Anlage entsprach nicht mehr den technischen Vorschriften und bot somit dem Kirchengebäude nicht mehr ausreichend Schutz. Sie konnte aufwandreduziert durch Nutzung vorhandener Trassen und Einzelbohrungen samt Tiefenerder umgesetzt werden.
Parallel wurde im Dachgeschoss der Kirche durch den Zimmermann eine zurückliegende, durch Feuchtigkeitseintritt verursachte Beschädigung der Deckenbalken behoben. Ein Balkenaustausch war unumgänglich. Die Absturzsicherung für die sichere Begehbarkeit der Laufbereiche im DG folgt.
Außerdem ist der Kamin sowohl außen als auch im Dachgeschoss eingerüstet. Mit dessen Abbruch wird kommende Woche begonnen. Der ehemalige Kaminstandort wird zukünftig als vertikale Installationsführung verwendet.
Im Untergeschoss der Kirche ist die komplette Warmluftheizung samt Zu- und Abluftkanäle ausgebaut; der vormalige Tankraum steht nun als Hausanschlussraum für die neuen Elektro-Installationen zu Verfügung. Dieser wurde notwendig, da die noch vorhandene Stromeinspeisung der Kirche über das Sakristeidach durch eine bodengeführte ersetzt wird, welche hier enden wird. Die dazu geänderte Trassenführung über die Michaelstraße wurde bereits bis zur Grundstücksgrenze vorgenommen. Hierzu gab es mehrere Abstimmungsgespräche zwischen dem Bauamt, dem Fachplaner und dem Netzbetreiber.
Außerdem wird das UG für die Sanitär-, und die Lüftungsinstallation als auch für die Aufstellung der Innengeräte der Wärmepumpe genutzt werden.
Die sogenannte Kappendecke über dem Untergeschoss erfuhr eine statische Ertüchtigung, welche mit dem Tragwerksplaner abgestimmt werden musste. Die Fundamentierung und der Einbau neuer Stützen und des Stahlträgers sind vom Rohbauer durchgeführt worden.
Im Innenraum des Querhauses wurde der Gestühlsboden mit den Kirchenbänken ausgebaut. Im Bereich der Kapelle und der zukünftigen Teeküche folgte ein Teilausbau des Werksteinbodenbelages als Vorbereitung für die Fußbodenheizung. Außerdem wurden die ersten Bodenschichten, u.a. der Schlackeeintrag ausgebaut und nach der zuvor vorschriftsmäßig durchgeführten Baustoffprüfung nach EBV RC fachgerecht entsorgt. Es folgt nun ein weiterer Erdabtrag für die Fundamente der Stahl-Glaskonstruktion des Saales, für Installationsgräben und auch hier für die Fußbodenheizung.
Die Figuren und Kreuzwegstationen wurden vor den Abbrucharbeiten ausgeräumt und gesichert.
Die sehr umfangreichen Arbeiten der technischen Gewerke sind ausgeschrieben und können in der nächsten Bauausschusssitzung vergeben werden. Die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung stellt neben der Auslegung und Detaillierung der Fußbodenheizung eine besondere Herausforderung an die Werkplanenden dar. Eine Kanalbefahrung im Vorfeld der Baumaßnahme lieferte hierzu Erkenntnisse, welche in die HLSE Planung eingearbeitet wurden. Desgleichen ist die Emporentemperierung momentan im Fokus der Werkplanung.
Außerdem wird intensiv an der Gestaltung und Ausführungsplanung des Saaleinbaus gearbeitet, welcher als Kernstück der Sanierung in besonderem Maße den zukünftigen Kirchenraum prägen wird.
Und ein Hinweis für die nächsten Wochen. Der Nordgiebel des Querhauses wird in der 11. u.12.KW 2024 eingerüstet, sodass im Anschluss die konservatorischen Arbeiten an den Sandsteinvasen durchgeführt werden können. Es ist mit Gehwegverengungen zu rechnen.
Die Arbeiten an und in St. Michael werden über die Gerüstnetze hinweg zusehens sichtbarer werden.
(Ostern 2024)
Pfarrversammlung am Samstag, 25.02.2023, in der Pfarrkirche St. Michael zu Sanierung und Umbau der Kirche St. Michael
(Bericht von M. Kleinjans)
Der Einladung zur Pfarrversammlung in St. Michael am Samstag, den 25. Februar, waren zahlreiche Gemeindemitglieder gefolgt, um sich über die aktuellen Planungen zur Sanierung und zum Umbau der Kirche zu informieren. Pfarrer Thomas Glatzel begrüßte alle Anwesenden auch im Namen des Pfarrgemeinderats.
„Der barocke Kirchenraum soll bewahrt und die Kirche durch den Einbau von Gemeinderäumen neu interpretiert werden“, formulierte Katharina Vochatzer-Stier, Diplomingenieurin beim Erzbischöflichen Bauamt, die Zielsetzung des Gesamtprojekts. Zusammen mit den erforderlichen Arbeiten an der Außenfassade, der Ertüchtigung der Fenster, der Modernisierung der Heizungs- und der technischen Anlagen wird der Einbau von Gemeinderäumen in die Kirche erfolgen. Der historische Charakter der Kirche bleibt erhalten.
Im Eingangsbereich der Kirche (größtenteils unter der Empore) wird ein integrierter Gemeindesaal entstehen, der mit einer Fläche von ca. 135 m² ausreichend Platz für über 90 Sitzplätze bietet. Die Glas- und Stahlkonstruktion kann zum Kirchenraum komplett geöffnet und, falls dies in Zukunft erforderlich sein sollte, auch wieder zurückgebaut werden.
Bei der Gestaltung der transparenten Raumtrennung hat man sich noch nicht festgelegt. Im Erdgeschoß befindet sich ein Nebenraum, der mit Schränken und einer kleinen Küchenzeile ausgestattet ist. In der Taufkapelle wird eine Werktagskapelle eingerichtet. Weitere Räume mit Arbeitstischen und Sitzmöglichkeiten befinden sich auf Höhe der Empore. Die Toiletten liegen außerhalb des Kirchenraums im ehemaligen Bibliothekssaal. Die Maßnahmen zur heiztechnischen Modernisierung der Kirche wurden von Oliver Sauer, Geschäftsführer des beauftragten Ingenieurbüros Balck + Partner für Energieoptimierung, vorgestellt. Die vorhandene Ölheizung wird durch Wärmepumpen ersetzt. Eine energiesparende Fußbodenheizung mit verschiedenen Heizkreisen wird das Raumklima deutlich verbessern und ermöglicht ein effizienteres Heizen. Die denkmalgeschützte Verglasung erhält zur besseren Feuchtigkeitsregulierung eine automatisierte Steuerung. Als nächster Schritt wird bereits Ende April/Anfang Mai der Anbau aus dem Jahr 1912 räumlich abgetrennt, im ursprünglichen Bestand der Kirche (Chorraum und vorderer Bereich des Kirchenschiffes) können weiterhin alle Gottesdienste gefeiert werden. Der Beginn der Bauarbeiten ist für Anfang Mai geplant. Die Dauer der Bauzeit wird auf mindestens 1 Jahr geschätzt. Interessierte können im Pfarrbüro eine Informationsbroschüre mit Daten, Fakten und Antworten zu aktuellen Fragestellungen über die Sanierung und den Umbau von St. Michael bekommen. Die Broschüre liegt auch in allen Kirchen der Seelsorgeeinheit auf und steht als Download auf dieser Seite unten zur Verfügung.
Im Anschluss an die Präsentation nutzten die Zuhörer die Möglichkeit den anwesenden Fachleuten Fragen zu stellen. So konnte unter anderem berichtet werden, dass die Finanzierung des Gesamtprojekts mit insgesamt ca. 2,4 Mio. Euro vom erzbischöflichen Ordinariat bereits freigegeben ist und von der Diözese mit einem Sonderzuschuss von 1 Mio. Euro gefördert wird. Die Frauengemeinschaft wird auch weiterhin Veranstaltungen mit Bewirtung durchführen können, da ein Nebenraum über die notwendige Küchenausstattung verfügt. Für die Durchführung der Proben und den Raumbedarf zur Unterbringung von Noten und Instrumenten des Kirchenchors wollen die Beteiligten gemeinsam mit dem Erzbischöflichen Bauamt weiter nach einer optimalen Lösung suchen. Pastoralreferent Johannes Riebel betonte, dass es für die Kirchengemeinde ein Glücksfall ist, dass St. Michael als Pilotprojekt noch genehmigt wurde und darüber hinaus als Klimaprojekt einen Zuschuss von 75.000 Euro erhält.
Für das Gemeindeleben eröffnet die Kombination von Liturgie- und Versammlungsräumen viele neue Möglichkeiten und trägt so dazu bei, dass die Kirche wieder das Zentrum des Gemeindelebens wird.
In seinem Schlusswort bedankte sich Pfarrer Thomas Glatzel bei allen, die sich an diesem Abend die Zeit genommen hatten, um an der Versammlung teilzunehmen. Mit einem Hinweis auf die sinkende Katholikenzahl und der sich dadurch verringernden Zuweisungen von Finanzmitteln für den laufenden Betrieb durch die Diözese, hofft der Pfarrgemeinderat auf die Unterstützung der Gemeindemitglieder sowohl für die baulichen Maßnahmen als auch für den Unterhalt der Gebäude.
Sein besonderer Dank galt der Bürgerstiftung Östringen und dessen Vorsitzenden Hartwig Heinzmann für eine Spende über 10.000 Euro zur Unterstützung des Projekts.
Wie sollen die Gemeinderäume genutzt werden?
Die neuen Gemeinderäume im Kirchengebäude werden den kirchlichen Gruppierungen und für Veranstaltungen der Kirchengemeinde zur Verfügung stehen. Für das Gemeindeleben (u.a. auch für die Firm- und Erstkommunionvorbereitung) eröffnet die Kombination von Liturgie- und Versammlungsräumen viele neue Möglichkeiten. Neben den regelmäßigen Treffen der Ministranten können die Räume auch für die Proben des Kirchenchors oder durch die Frauengemeinschaft genutzt werden. Weitere Räume sind für Gruppenarbeit oder Besprechungen vorgesehen.
Größe, Ausstattung, Funktion
Die geplanten Gemeinderäume befinden sich im Eingangsbereich der Kirche (größtenteils unter der Empore). Der mit einer Raumteilung abgegrenzte Gemeindesaal hat eine Fläche von ca. 135 m² und bietet damit ausreichend Platz für über 90 Sitzplätze. Ein Nebenraum ist u. a. mit Schränken und einer kleinen Küchenzeile ausgestattet. Weitere Räume mit Arbeitstischen und Sitzmöglichkeiten befinden sich auf Höhe der Empore. In der Taufkapelle wird eine Werktagskapelle eingerichtet. Die Toiletten liegen außerhalb des Kirchenraums im ehemaligen Bibliothekssaal.
Wie geht es weiter?
Der Beginn der Bauarbeiten ist für Anfang Mai geplant. Das Ordinariat als oberste Verwaltungsstelle der Erzdiözese hat mit der Erteilung der erforderlichen Genehmigung bereits die Voraussetzung zur Realisierung der vorliegenden Gebäudeplanung geschaffen. Die Dauer der Bauzeit wird auf mindestens 1 Jahr geschätzt. Da während der Bauzeit der Anbau aus dem Jahr 1912 räumlich abgetrennt wird, können im ursprünglichen Bestand der Kirche (Chorraum und vorderer Bereich des Kirchenschiffes) weiterhin alle Gottesdienste gefeiert werden.
